Krankenhauserfahrungen

Vor zwei Wochen musste ich mitten in der Nacht aufgrund einer akuten Erkrankung ins Krankenhaus. Nach Notaufnahme und intensive Untersuchungen zur genauen Diagnose sollte ich noch am gleichen Tag operiert werden. Als OP-Zeitpunkt wurde mir der späte Vormittag genannt, abgeholt zur OP wurde ich erst  gegen 15 Uhr. Dass ich auch in dieser langen Wartezeit ruhig bleiben konnte, habe ich sicherlich auch dem Achtsamkeitstraining zu verdanken. Mit Atemübungen konnte ich sehr gut im aktuellen Augenblick bleiben, und die Sorgen und Ängste, die sonst sicher gekommen wären, blieben einfach aus. Auch auf dem Weg in den OP habe ich mich noch mit dem Pfleger, der mein Bett schob, in aller Ruhe unterhalten können. So konnte ich wieder einmal eine positive Auswirkung des Trainings deutlich erleben.

In den folgenden Tagen vermisste ich, obwohl es mir noch nicht so sonderlich gut ging, schon wieder meine Kamera. Ich hatte vom Fenster meines Zimmers einen fantastischen Weitblick bis in die Rhön hinein.  Bei meinen kurzen Spaziergängen auf dem Stationsflur entdeckte ich interessante, z.T. sogar witzige Details und bei meinen ersten Ausflügen ins Freie sprangen mich im Cafe vor der Eingangshalle spannende Streetszenen regelrecht an. Ich fand das höchst interessant, auch ohne Kamera und eigentlich noch recht matt, von den Motiven regelrecht überwältigt zu werden.  Dennoch ist natürlich Krankenhaus und Fotografieren für mich undenkbar. Der aufmerksame fotografische und vielleicht auch achtsame Blick lockerte auf jeden Fall meine stupiden kleinen Spaziergänge auf.  Die Tage im Krankenhaus waren Tage zur allmählichen Genesung, die Zeit zum Fotografieren kommt auch wieder. Jetzt genieße ich es erst einmal wieder zuhause zu sein. Es geht aufwärts!