· 

Die Suche nach dem Simulakrum

Zum ersten Mal habe ich bei einem Workshop der Fürstenecker Fototage, die es im nächsten Jahr schon zum zehnten Mal gibt (https://www.burg-fuersteneck.de/kursprogramm/fotografie_film/fuerstenecker_foto_tage/19-32701/) , von ihm gehört. Unbewusst hatte  ich es aber auch schon lange vorher immer mal entdeckt. Zurzeit ist es Thema bei unserer monatlichen kleinen Fotoaufgabe von Fürstenecker Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei Facebook und kam so bei mir wieder mal deutlicher in den Vordergrund.

Aber was ist eigentlich ein Simulakrum? "Als Simulacrum oder Simulakrum (Plural: Simulacra oder Simulakren) bezeichnet man ein wirkliches oder vorgestelltes Ding, das mit etwas oder jemand anderem verwandt ist oder ihm ähnlich ist. Der lateinische Ausdruck simulacrum leitet sich über simulo („Bild, Abbild, Spiegelbild, Traumbild, Götzenbild, Trugbild“) von simul („ähnlich, gleich“) ab" (https://de.wikipedia.org/wiki/Simulacrum). Ein Simulakrum ist also ein Bild, ein Gegenstand etc., das/der an etwas anderes erinnert, z. B. eine alte Baumwurzel, die einer Schlange ähnelt oder ein Stück Holz, in dem man mit einer gewissen Phantasie einen Fischkopf erkennen kann, wie hier: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=584564445348226&set=a.136281633509845&type=3&theater. Das Bildbeispiel in diesem Beitrag ist ein recht einfaches, leicht zu erkennendes Simulakrum, ein Stein - auf dem zwei kleine weiße Flecken und ein kleines Loch sehr schnell ein Gesicht erkennen lassen.

 

Im Workshop auf Fürsteneck hatten wir zwei Stunden Zeit, um Simulakren zu suchen. In und um die Burg und auch im kleinen Örtchen machten wir uns auf die Suche. Zu finden ist es meist nur bei höchster oder besser sogar voller Konzentration darauf. Damit hat diese Suche etwas sehr Achtsames, sie ist auch eine Schulung, ein Training der Achtsamkeit. Ich war auch alleine unterwegs, bei der gemeinsamen Suche lenkt man sich zu sehr ab. Trotz des recht kleinen Suchgebietes war ich recht erfolgreich und habe einige Simulakren gefunden. Spannend ist dann immer wieder, was andere darin sehen, wie z. B. das Licht- und Schattenspiel auf meinem Bild in meinem Facebookaccount: (https://www.facebook.com/photo.php?fbid=583439838794020&set=a.136281633509845&type=3&theater). An diesem Beispiel kann man auch sehr gut sehen, das ein Simulakrum auch nicht unbedingt etwas gegenständlich real Existierendes sein muss. 

 

Ich bin immer mal wieder auf der spannenden Suche nach dem Simulakrum, man findet es im Dorf, in der Stadt oder auch in Wald und Flur. Mir sind vor einigen Wochen bei einer Wanderung am Schafstein in der Rhön mal wieder zwei über den Weg gelaufen, obwohl ich gar nicht direkt nach ihnen gesucht habe. Vielleicht hat die  Achtsamkeit meinen Blick inzwischen so geschult, dass ich Simulakren leichter finde. 

 

Suche es doch auch einmal, lass dich auf diese recht anspruchsvolle Aufgabe ein. Sie ist um einiges schwieriger als z. B. das Dreiecke suchen in dem früheren Blogbeitrag vom  Du musst es nicht nur finden, sondern gleichzeitig auch "lesen" können, d. h. ein Simulakrum darin erkennen können.  Es kann auch sein, dass du erst einmal nichts findest. Gib dann nicht auf, es macht nämlich riesigen Spaß und ist irgendwie ansteckend. Und es schult auf jeden Fall deinen Achtsamkeit. Ich freue mich jedenfalls über jeden Fund.