Eindruck verlangt Ausdruck

In der ganzheitlichen Pädagogik ist dieser Slogan eine der wesentlichen Grundlagen. Kinder, die etwas "erlebt" haben (Erzählung, Bildgeschichte, Film, ...) sollen ihre Eindrücke auch ausdrücken können, und sie wollen es auch. Ob in Bildern (Zeichnungen), Rollenspielen, Kurztexten, ...  können sie frei entscheiden. Ihnen macht das in aller Regel sehr viel Spaß, es ist für sie eine Möglichkeit, ihre Erfahrungen zu verarbeiten. 

 

Geht es uns mit unseren Eindrücken nicht genauso, unsere Eindrücke sind unsere Fotografien, die wir gemacht haben. Sicherlich kann man sagen, dass wir damit auch etwas ausdrücken. Mir geht es aber hier um etwas anderes, um das Arbeiten mit unseren Bildern. So kann man z. B. eine Collage erstellen, zu der man zueinander passende Bilder sucht und zusammenstellt. Mit dieser Zusammenstellung wollen wir ja auch etwas Bestimmtes ausdrücken, wodurch die Betrachterin bzw. der Betrachter auch wieder einen Eindruck erlebt, der sie oder ihn auch wieder zu einem Ausdruck bringen könnte ... . So könnte man endlos weiter philosphieren, was Kinder auch sehr gerne tun. 

 

Ich stelle aus meinen Bildern immer wieder Fotobücher zusammen. Zu einem bestimmten Thema, einer Reise oder auch als Jahresband entstehen so Bücher, die für mich selbst ein Erlebnis sind. Die eigenen Bilder als Buch in den Händen zu halten, ist ein Erlebnis. Die Bilder bekommen dadurch eine gewisse Wertschätzung, während sie ansonsten nur auf der Festplatte schlummern. Man kann sie auch anderen zeigen, sie dadurch öffentlicher machen. Am liebsten zeige ich sie auf diese Weise anderen Fotografinnen und Fotografen, nicht um anzugeben, sondern um zu zeigen wie ich fotografiere. Auch für konstruktive Kritik bin ich sehr offen. 

 

Die Zusammenstellung von Bildern zu einem Fotobuch rückt diese Bilder aus der Vergangenheit wieder in die achtsame Gegenwart. Jetzt geht es mir darum, mit Bildern in diesem Buch eine Doppelseite zu gestalten. Durch langjährige Erfahrungen mit vielen verschiedenen Anbietern habe ich festgestellt, dass hier weniger mehr ist. Man kann ganz leicht eine Doppelseite mit Bildern überladen. In einigen Büchern gibt es bei mir nur ein Bild pro Seite, dieses Bild hat jetzt auch wirklich die Chance zu wirken. Diese Arbeit an einem Fotobuch ist sehr spannend. Viele Fotobuchdienstleister bieten in ihrer Software vielfältige Designvorlagen, Effekt, Hintergründe und andere Spielereien, die sehr verführerisch sind, aber meist nur zu wenig anspruchsvollen Fotobüchern führen. Ich schalte meist diese Vorgaben alle aus und gestalte die Seiten vollkommen frei. So kann ich meinen Bildern am besten Ausdruck verleihen. 

Jetzt hat mir aufgrund dieses Blogs ein renommierter Anbieter - Saal-Digital (#saaldigital) - einen Gutschein für einen Fotobuch-Test zukommen lassen. Natürlich habe ich mich gefreut. Ich wurde als Gegenleistung gebeten, einen kurzen Erfahrungsbericht mit meiner "eigenen, ehrlichen Meinung" zu posten. Das will ich hier gerne tun, weil mich das Buch in seiner Qualität voll und ganz überzeugt hat. 

 

Die Software ist sehr übersichtlich gestaltet, liefert zwar auch Designvorgaben, die ich sogar genutzt habe, weil sie gut gemacht sind und die Bilder wirken lassen. Die Zahl der gut gewählten Vorlagen ist gegenüber anderen Anwendern reduziert, und das ist auch gut so.Die Gefahr des Überladens unterbleibt hier. Ich habe mich in aller Regel für ein großes Bild auf einer Doppelseite entschieden, das mit wenigen  (3-4) anderen dazu passenden Bildern kombiniert wird. Saal-Digital arbeitet mit Original-Fotopapier, das belichtet wird, eine Doppelseite wird gleichzeitig belichtet. Die Seiten werden so gebunden, dass sie vollkommen aufklappbar sind. Das hatte ich bei meinen bisherigen Büchern immer sehr bedauert, dass man kein Bild in die Doppelseitenmitte setzten konnte, weil man das Buch nicht vollkommen aufschlagen konnte und der Mittelfalz gestört hat. Ich habe daher jetzt zum Test bewusst immer ein Bild so gesetzt, dass es die Mitte überlagert und war sehr gespannt auf das Ergebnis.  Auch die Gestaltung des Einbandes war mit der Software gut zu bewerkstelligen, Textfelder lassen sich sehr gut erstellen und formatieren. Bei den Bildern und beim Einband habe ich mich für die Variante "Matt" entschieden.

 

Vorgestern Abend habe ich meine Vorlage an Saal-Digital geschickt und überraschenderweise heute schon das Ergebnis erhalten. Eine solche Bearbeitungsgeschwindigkeit habe ich noch nie erlebt. Voller Spannung packte ich heute aus, das Äußere und die irgendwie leicht samtige Haptik überzeugten mich sofort. Seite für Seite habe ich voller gegenwärtiger Achtsamkeit durchgeblättert. Das Buch dann zur Seite gelegt und nach ca. zwei Stunden es noch einmal in die Hand genommen und jetzt sehr genau geschaut. Die Bilder sind in einer wirklich hervorragenden Qualität aufs Papier gebracht worden. Sie wirken fast so brillant wie am Bildschirm. Jede Einzelheit ist sehr exakt erkennbar. Die Bindung, die das plane Aufschlagen der Doppelseiten ermöglicht, ist einfach genial. Dass die Seiten dadurch etwas dicker sind als bei anderen Fotobüchern, erzeugt sogar einen wertigeren Eindruck.  Die Designvorlagen passen, keine Doppelseite ist überladen. Kurzum: Ich bin sehr überzeugt von der Qualität. Saal-Digital werde ich in Zukunft öfter beauftragen,auch wenn diese Qualität natürlich etwas teurer ist.