Achtsamkeit im Trubel von Berlin

Ich war jetzt ein paar Tage in in der Hauptstadt. Das ist auch der Grund für die Pause im Blog. Im Trubel von Berlin achtsam zu sein, war eine Herausforderung. Im quirligen Hauptbahnhof habe ich mich nach dem Einschließen der Koffer im Schließfach auf die Fassade und die Decke konzentriert und dort viele Aufnahmen der spannenden Architektur gemacht. Diese enge Konzentration auf das für mich hier Wesentliche ließ mich den Trubel vergessen, ich musst nur aufpassen, dass ich nicht irgendwem im Weg stand. Da ich viel mit S-Bahn, U-Bahn und Bus gefahren bin, hatte ich immer wieder Wartezeiten. Auch hier suchte ich mir wieder Motive der Ruhe oder nutzte die Zeit zum wirklichen "Atmen". Natürlich war das keine Atem-Meditation, aber einige wenige Minuten oder auch nur ein paar achtsame Atemzüge gaben mir die Ruhe im Trubel zurück. Auch begegnete ich natürlich immer wieder den bekannten Postkartenmotiven wie dem Brandenburger Tor, dem Reichstag oder den spannenden Neubauten am Potsdamer Platz. 

 

Der Reiz, all dies wieder neu zu sehen - mit einem gewissen Anfängergeist - war auch eine achtsame Herausforderung. Andere Blickwinkel, das Verdrehen der Kamera, das bewusste Einbeziehen der Sonne und andere verfremdende Varianten schulten wieder meinen achtsamen Blick. Natürlich habe ich immer auch wieder Phasen der Streetfotografie eingelegt, dafür eignen sich Großstädte einfach besser als die kleinen Dörfer in Rhön, wo meine Heimat ist. Heute habe ich aber beim näheren Durchschauen der Bilder bemerkt, dass ich gerade bei der Streetfotografie viele unscharfe Bilder produziert habe, die ich leider Löschen musste, obwohl ich spannende Szenen entdeckt hatte. Sicherlich war ich im Achtsamkeitsmodus so fasziniert von den vielen architektonischen Motiven und Kleinigkeiten, dass die Streetfotografie einfach zuviel des Guten war. Ich habe daraus gelernt, dass es im Sinne der Achtsamkeit notwendig ist, sich immer wieder auf ein fotografisches Genre zu konzentrieren.