Der Atem ist mein Anker

Der Atem ist lebenswichtig - Wissen wir das zu schätzen? Wir atmen ständig und bemerken es kaum, höchstens, wenn wir mal außer Atem kommen".  Achtsamkeit hat viel mit dem Atem zu tun. Wenn meine Gedanken flattern, besinne ich mich auf den Atem.  Ich spüre das Einatmen und das Ausatmen an den Nasenflügeln, an den Lippen, im Rachen, im Brustraum oder im Bauch. Meditation ist bewusstes Atmen. Wenn beim Meditieren die Gedanken auf mich hereinströmen - Versuche mal 20 Minuten in Stille zu sitzen, dann merkst du es auch! - dann schiebe ich sie nicht mit Gewalt zurück, sondern gehe zu meinem Atem und spüre ihn z. B. an den Nasenflügeln.  Der Gedankensturm verebbt dabei und die Ruhe kommt.  Auch wenn die Gedanken sich immer wieder aufdrängen, gehe ich jedes Mal wieder zu meinem Atem wie zu einem Anker, an dem ich mich festmachen kann.  

Das wirkt aber nicht nur bei der Meditation. Auch wenn ich wegen so vieler Gedanken nicht einschlafen kann, gehe ich zu meinem Atem, und er gibt mir Ruhe. Aber auch im Alltag kann er mir helfen, mich auf eine Sache zu konzentrieren. Auch in schweren Stunden wie z. B. vor einer Operation kann das helfen, ich habe das schon mehrfach selbst erfahren.  Das Besinnen auf den Atem fällt  am Anfang oft leichter, wenn man dabei immer wieder bis auf 10 zählt: Einatmen 1 - Ausatmen 2 - Einatmen 3 ... . Mit einiger Übung braucht man die Unterstützung durch das Zählen bald nicht mehr.  Beim Fotografieren hilft die Besinnung auf den Atem natürlich auch, ich kann mich dann besser auf das Motiv konzentrieren und werde  nicht ständig durch andere umherschwirrende Gedanken abgelenkt.