Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder ...

... heißt es schon in der Bibel. Genau das gilt auch in der Achtsamkeit. Ein wichtiges Prinzip ist der Anfängergeist.

 

Er erinnert mich immer wieder an das Vorgehen, "Arbeiten" kleiner Kinder. Sie zeigen sehr oft viel Geduld, mein Enkel malt mit großer Ausdauer Feuerwehrautos aus und schneidet sie mit ebenso viel Geduld anschließend fein säuberlich aus. Er lässt sich dabei kaum stören, ist fast nicht ansprechbar, voll konzentriert. Kinder zeigen auch immer wieder großes Vertrauen, springen aus für sie großer Höhe, sie lassen los und vertrauen darauf, dass sie aufgefangen werden. Sie sind vollkommen unbefangen, sie werten (noch) nicht. Wertmaßstäbe lernen sie erst im Laufe der Zeit - von uns. Für sie ist alles neu, sie entdecken die Welt, sie erobern sie sich. Wir müssen all das wieder ganz neu lernen, ganz neu für uns entdecken. Das ist genau das, was man in der Achtsamkeit als "Anfängergeist" bezeichnet. Voll und ganz Da-Sein im gegenwärtigen Augenblick, keine Gedanken an Vergangenheit und Zukunft verschwenden.

 

 

Kleine Kinder können uns diesen Anfängergeist zeigen, sie sind im Jetzt, das Später oder Früher spielt kaum eine Rolle. Auf einem großen Volksfest habe ich vor einigen Jahren an einem Schaustellerwagen den folgenden Spruch gelesen: "Lasset die Kinder fröhlich spielen, bevor sie den Ernst des Lebens spüren." Uns hat der Ernst des Lebens leider längst eingeholt. Es fällt uns schwer die Gegenwart auch so zu akzeptieren, wie sie ist, nicht zu bewerten, ob gut oder schlecht. Loslassen können, vieles hinter sich lassen, neu Anfangen und Geduld zeigen - was in unserer heutigen Zeit wahnsinnig schwer ist -  sind hier wesentlich Momente. Das braucht sehr viel Übung. Das Achtsamkeitstraining in seinen verschiedenen Varianten kann uns dabei helfen.

 

Das Besinnen auf den Anfängergeist kann auch unser Fotografieren verändern und vielleicht wieder neu beleben. Das aber ist Thema der nächsten Folge.