Den Bodyscan gibt es nicht am Flughafen

Der Bodyscan hat nichts mit den Körperscannern am Flughafen zu tun. Er ist eine wichtige Methode des Achtsamkeitstranings, und man muss sich dazu ca 45 Minuten Zeit gönnen. Bei ihm wird ausgehend von den Zehen des linken Fußes bis zur Kopfhaut nacheinander jede einzelne Region des Körpers in den Blick, in das Gewahrsein, genommen. Man lernt dadurch gezielt den Focus zu richten und Unwesentliches - in diesem Fall die anderen Körperteile - auch unwesentlich sein zu lassen. Man wird dabei meist sehr ruhig.  Bei den Bodyscans, die ich in Kursen und Workshops mitgemacht habe, sind immer wieder Teilnehmerinnen und Teilnehmer eingeschlafen. Mir ist das zum Glück (?) noch nie passiert. Dennoch fühlt man sich danach meist sehr wohl.  Auf einer der Übungs-CDs, die ich zum eigenen Training und zur Weiterbildung gekauft habe, wird der Bodyscan mit einer interessanten Übung beendet. Man stellt sich vor, dass man durch eine Körperöffnung in der Schädeldecke einatmet, den Atem durch den ganzen Körper fließen lässt und dann durch die Fußsohlen ausatmet, anschließend durch die Fußsohlen einatmet, wieder den Atem durch den ganzen Körper fließen lässt und dann durch die Öffnung in der Schädeldecke wieder ausatmet.

 Das hört sich sicherlich seltsam und skurril an, aber es "funktioniert", d. h. ich kann jedes Mal während des Einatmens bei mir den kühlen Atmen an der Schädeldecke bzw. an den Fußsohlen spüren. Und das fasziniert mich immer wieder - und ich bin ein großer Skeptiker in solchen Dingen. Die beim Bodyscan geübte und verinnerlichte Fokussierung kann mir im alltäglichen Leben, besonders aber in schwierigen Lebenssituationen helfen. Sie beeinflusst aber auch das Fotografieren, ich merke immer mehr, dass ich mich nur einer Sache intensiv widmen kann. So kann ich keine Streetfotografie während eines Einkaufsbummels betreiben.  Diese Fokussierung hilft mir aber auch bei der Motivsuche, ich sehe vieles mit einem fotografischen Blick und erkenne viel schneller lohnenswert Motive. Ich bin offen für neue Blickwinkel, das Verfremden von Bekanntem wird in meiner Vorstellung wesentlich leichter und macht das Fotografieren spannender. Die Fokussierung auf den wesentlichen Augenblick gelingt wesentlich besser. Meine Bilder werden anders und vor allem intensiver, und das wurde mir schon mehrfach mitgeteilt.